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Wie es ein Talent vom Skiclub Springe in den Bundeskader geschafft hat

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Artikel erschienen in: Neue Deister-Zeitung

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Jan-Erik Bertram
Autor
Jan-Erik Bertram
Redakteur NDZ
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Das Skifahren hat Liv Greten auf den Pisten des Skiclubs Springe am Deister gelernt. Mittlerweile gehört sie dem U16-Bundeskader an und trainiert ab Sommer sie in den Alpen am Olympiastützpunkt in Berchtesgaden, wo schon so mancher Skistar geformt wurde. Wir erklären, wie es dazu kam.

SPRINGE/GRONAU. Maria Höfl-Riesch, Hilde Gerg, Viktoria Rebensburg – drei der größten deutschen Ski-Alpin-Stars der jüngeren Geschichte sind auf die CJD Christophorusschulen Berchtesgaden gegangen. Ab dem kommenden Sommer gehört auch Liv Greten vom Skiclub Springe zu den Schülerinnen des CJD. Von der Skiwiese am Deister zur „Eliteschule des Wintersports“ in den bayerischen Alpen – wie geht das denn?

Mit ganz viel Talent und ganz viel Training. Liv habe nie nur im Deister trainiert, sagt ihr Vater Kai Greten, der Vorsitzende des Skiclubs Springe, „wir waren auch schon immer oft im Harz“. Dort hat Liv, die mit zweieinhalb Jahren bei ihrer Mutter Kirsten, langjährige Übungsleiterin im Skiclub, das Skifahren gelernt hat, bei den „Zwergencup“-Rennen schon früh Rennerfahrung gesammelt. „Wir haben auch auf dem Weg in den Urlaub oft angehalten, um unterwegs an Rennen teilzunehmen“, sagt die heute 13-Jährige.

Im vorigen Februar wurde sie Nord-West-Ostdeutsche U14-Meisterin im Riesenslalom – die Beste jener Landesverbände, die keinen „Alpenanschluss“ haben. Sie bekam die Möglichkeit, an der „Eliteschule des Wintersports“ in Oberwiesenthal im Erzgebirge zu trainieren, da es in Niedersachsen keine adäquate Leistungsgruppe für sie gab. So wurde der Deutsche Skiverband (DSV) auf sie aufmerksam, lud sie zum Sichtungstraining am Olympiastützpunkt in Berchtesgaden ein – und nominierte sie für die U16-Fördergruppe.

Ihre Kaderkolleginnen lernt die 13-Jährige, die mit ihrern Eltern und den beiden ebenfalls skibegeisterten Schwestern in Gronau wohnt, gerade kennen. Am Dienstag reiste sie zum ersten Trainingslager nach Südtirol. Ihr Trainer: Thomas Aschauer, ehemaliger Alpin-Bundestrainer. „Ich bin sehr stolz, dass ich da reingekommen bin“, sagt Liv Greten. Ziele hat sie sich nicht gesteckt. „Ich lasse erst mal alles auf mich zukommen und will viel lernen im nächsten Jahr.“

Etwa 100 Tage habe seine Tochter seit dem vorigen Herbst auf Skiern gestanden, berichtet Kai Greten: Das ging, weil ihre Lehrer an der CJD Christophorusschule Elze, ebenfalls Partnerschule des Leistungssports, sie für die Lehrgänge freistellten – Distanzlernen war ja ohnehin angesagt. Und weil der DSV sie in eine Gruppe von knapp 400 Sportlerinnen und Sportlern aufgenommen hat, die als Berufssportler kategorisiert wurden – und damit trotz Corona-Beschränkungen trainieren durften.

Zu Hause in Norddeutschland werden vor allem Kondition, Balance, Beweglichkeit und die Rumpfmuskulatur trainiert. An ihrer Schule in Elze wurde Liv Greten bereits verabschiedet – als erstes niedersächsisches Talent seit 25 Jahren, das es an den Olympiastützpunkt nach Berchtesgaden geschafft hat.

Wer weiß, vielleicht bringt Liv Greten den Deister bald auf die internationale Ski-Landkarte – für den Skiclub Springe will sie nämlich weiterhin starten.

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